Ausgerechnet an Weihnachten!

"Ich bin so enttäuscht!“

Die folgende Geschichte von Josef, einem Trennungsvater, steht für viele Eltern, die versuchen, ihr Leben nach ihren Werten auszurichten und dabei auch ihre Kinder einbeziehen wollen. Die daraus resultierenden Konflikte gibt es nicht nur zu Weihnachten.

Josef, Trennungsvater: 

„Ich bin so enttäuscht! Das ist wie ein Schlag ins Gesicht. Als die Kinder am ersten Weihnachtstag bei mir waren, erzählte mir Emma, die Jüngste, ganz selbstverständlich, sie hätten am Heiligen Abend Rouladen gegessen. Rouladen! Dabei weiß Anne ganz genau, wie ich dazu stehe, Fleisch zu essen. Das ist ein Verbrechen an den Tieren und an unserer Umwelt! Nach unserer Trennung bin ich zu Freunden auf’s Land gezogen. Wir versuchen uns im Rahmen unserer Möglichkeiten selbst zu versorgen und sehr bewusst zu leben. Dazu gehört selbstverständlich, dass wir auf den Verzehr von Fleisch verzichten.

Ich bin weiß Gott tolerant, und natürlich kann Anne ihr Leben nach ihren Vorstellungen gestalten, aber wenn sie ausgerechnet an einem Tag, bevor die Kinder zu mir kommen, Fleisch auf den Tisch bringt, dann ist das eindeutig eine Provokation!

Die Kinder kennen meine Einstellung, und sie schätzen sie. Die waren ganz betreten als ich ihnen noch einmal erklärte, warum es nicht gut ist, wenn wir Fleisch essen. Emma sagte dann sogar, sie habe ja nur ein ganz kleines Stückchen gegessen.

Ich werde mit Anne sprechen müssen. So geht das nicht!

Wenn wir Jonas aus dem Beispiel dazu befragen würden, dann könnte sich das so anhören:

„Oh, Mann, Emma! Immer plappert sie drauflos und nimmt jedes Fettnäpfchen mit! Wie oft haben meine große Schwester und ich ihr gesagt, sie soll nicht verraten, wenn wir bei Mama Fleisch gegessen haben! Jedes von uns drei Geschwistern weiß genau, dass Papa dann ausrastet und total  sauer auf Mama wird. Dann gibt es wieder Streit, wenn er uns zurückbringt. Sie sind beide sehr wütend und wir sind schuld. Emma weint, und es ist eine ganz blöde Stimmung. Ich weiß nicht, was wir machen sollen. Wir machen es ja doch immer falsch. …“

Ich hoffe, dass Ihr während der Feiertage  Zeit für Euch gefunden habt. Zeit, in der Ihr, je nach Situation, Euch Euren ganz persönlichen Bedürfnissen widmen konntet. Egal, ob Ihr auf dem Sofa herumgelümmelt und ein schönes Buch gelesen oder die Wohnung auf den Kopf gestellt habt, um endlich mal in den Ecken Ordnung zu schaffen, die es schon lange nötig haben. Gerade die oft so schwer zu ertragenden Stunden allein, ohne die Kinder, bieten die Chance, mal wieder auszuprobieren, was Euch ganz persönlich richtig gut tut. Ich freue mich, wenn Ihr die Zeit auch dazu genutzt habt, in meinem Blog herumzustöbern!

Gerne lade ich Euch ein, mir zu schreiben. Zum Schluss möchte ich Judith, eine Mutter, zu Wort kommen lassen: "Ich hatte richtig Bammel vor meinem ersten  Weihnachtstag ohne die Kinder. Da hat mir der Gedanke sehr geholfen,  dass auch an Weihnachten  jeder Tag  nur 24 Stunden hat!" Und ich möchte ergänzen: Für Urlaubstage und lange Wochenenden gilt das genauso!

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