Die 8. Sitzung

- Vive la différence!

In dieser Sitzung wird Anna klar , dass sie in Phase zwei des Trennungsprozesses angekommen ist.
 
Sie erfährt Grundsätzliches über die unterschiedliche Bedeutung von Müttern und Vätern von Anfang an.
 
Sie beginnt zu verstehen, dass Eltern erst in ihrer Ergänzung ihre optimalen Qualitäten entfalten.
 
Schließlich lauscht sie dem Beispiel einer Mutter, der es gelingt, ihrem Kind eine Beziehung zu seinem Vater zu ermöglichen, obwohl sie sich schon während der Schwangerschaft von ihm getrennt hat.

Vive la différence!

...Bei einem meiner Urlaube am Atlantik konnte ich dies  amüsiert beobachten:
Offenbar hatte sich eine Gruppe befreundeter Eltern mit Kindern im Alter von Krabbelkindern bis hin zu Schulkindern dazu entschieden, dass sich die Mütter und die Väter von Tag zu Tag bei der Betreuung ihrer Kinder am Strand abwechselten. Ihr Erkennungszeichen war ein riesiges Sonnensegel in knalligem Orange, das schon in den Dünen weithin erkennbar die Ankunft der Gruppe von ca. 8 Erwachsenen und einer unüberschaubaren Anzahl von Kindern ankündigte. Waren die Mütter an der Reihe, so wurde eilig das Sonnensegel aufgestellt und alsbald die Kinder ermahnt, an ihre Sonnenhüte erinnert, Sandspielzeug wurde ausgegeben, ausrückendeKrabbelkinder unter das Segel zurückgeholt und versucht sie dort mit unermüdlich herbeigeschafften Sandeimern voll aus dem Meer geschöpftem Wasser, im Schatten des Segels von ihrem Bewegungsdrang abzulenken, damit nur die halbstündlich frisch nachgecremte Babyhaut nicht zu viel Sonne abbekäme. Die größeren Kinder kamen aus dem Wasserund begehrten mit dem Handtuch trockengerubbelt zu werden, Gummitiere mussten mit mütterlicher Puste aufgepumpt werden, Rucksäcke wurden aufgezurrt und Getränkeflaschen ausgegeben – kurz: Es herrschte ein reges Treiben begleitet von mahnenden Rufen und mütterlichen Kommentaren.

Am nächsten Tag, wenn sich dann die Väter mit den selben Kindern gemächlich unter dem Sonnensegel auf ihr Handtuch gleiten ließen, bot sich dem Betrachter ein völlig anderes Bild, das sich gemessen an dem Hummelschwarm vom Vortag eher mit einem Bild aus dem Reich der Reptilien beschreiben ließe. Dieselben Kinder waren plötzlich in der Lage nicht nur ihre Gummitiere selbst aufzublasen und sich ihre Getränke selbst aus den Rucksäcken zu nehmen, die Krabbelkinder kehrten nach kurzen Ausflügen in die sengende Sonne von selbst unter das schützende Segel zurück und ließen sich neben ihre Väter plumpsen, die sie scherzhaft begrüßten oder Grimassen schnitten. Ansonsten war nur ein gelegentliches väterliches Fluchen zu hören, wenn der Wind in die genüsslich aufgeschlagene Zeitung fuhr. Irgendwann im weiteren Verlauf des Nachmittags kam dann ein Ball ins Spiel, die Väter kickten, die Kinder nach Lust und Laune mittenmang. ..."

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